Für die Region des Naturparks Kyffhäuser wurde 2009 und 2010 ein Naturparkplan erarbeitet. Der Naturparkplan ist kein Fachplan des Naturschutzes, sondern ein inhaltlich übergreifendes integrierendes Entwicklungskonzept für den Naturpark zur Förderung einer eigenständigen und nachhaltigen Regionalentwicklung.
Basis für die Erarbeitung ist die am 10.12.2008 in Kraft getretene Naturpark-Verordnung. Der Plan wurde vom Büro Lilienbecker (www.Lilienbecker.de) im Dialog mit Bürgern, sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung erarbeitet.
Statt einer ausführlichen Bestandsaufnahme wurde der Fokus auf die anwendungs- und projektbezogene Arbeit gelegt.
Die Stärken/Schwächen- und Chancen/Risiken-Analyse hatte deshalb die Aufgabe, Ansatzpunkte für die Zukunft herauszufiltern und erste umsetzbare Projekte zu finden.
Wichtiger Aspekt der Erarbeitung war die Kommunikation mit Akteuren aus der Region unterschiedlicher Bereiche. In den Naturparkplan sind so Erkenntnisse und Anregungen aus über 50 Gesprächen und Versammlungen mit eingeflossen. Ein Effekt war dabei auch, dass der Naturpark bei vielen ins Bewusstsein gebracht werden konnte.
Unterstützend wurde als kreative und innovative Kommunikationsform eine Klappkarte mit Rückantwort eingesetzt und ein Informationsrundbrief mit wichtigen Ergebnissen an die Akteure verschickt.
Außerdem ist für die laufende Erarbeitung des Naturparkplans ein Blog eingerichtet worden. Auf http://naturparkplan.wordpress.com konnten jeweils der aktuelle Stand und die Ergebnisse der Erarbeitung mit verfolgt werden.
In der Verordnung hat der Gesetzgeber festgelegt, dass der Naturpark räumlich gegliedert werden soll. Entsprechend ist im Rahmen des Naturparkplans eine Gliederung erarbeitet worden.
Die Gliederung ist in einer Karte im Maßstab 1:50.000 und in einer Erläuterung dargestellt, die bei der Naturparkverwaltung eingesehen werden kann.
Entwicklungsschwerpunkt Natur
Dazu zählen die bestehenden Naturschutzgebiete sowie die Natura-2000-Gebiete.
Erhaltungsschwerpunkt Kulturlandschaft
Das sind Räume mit hoher Bedeutung für die nachhaltige Nutzung.
Orte mit Entwicklungsschwerpunkt(en) Tourismus
Folgende aktuelle Entwicklungsschwerpunkte sind festgelegt:
Auleben, BadFrankenhausen, Panorama-Museum, Barbarossahöhle, Bendeleben, Klosterruine Göllingen, Kyffhäuser-Denkmal, Steinrinne Bilzingsleben, Sondershausen, Der Possen, Erlebnisbergwerk "Glück Auf", Schloss Heringen, Königspfalz Tilleda, Wasserschloss Heldrungen
Entwicklungsschwerpunkt Naturtourismus
Hierunter fallen wichtige (Rad-)Wanderwege
(1) Kaiserweg (2) Wezel-Wanderweg (3) Hainleite-Wanderweg (4) Barbarossaweg (5) Kyffhäuserweg (6) Kyffhäuser-Radweg (7) Unstrut-Radweg (8) Verbindungsweg Unstrut-Werra (9) ErlebnisrundwegKelbra (10) Verbindungsradweg Kyffhäuser-Unstrut (11) Verbindung Harzwanderweg
Künftiger Entwicklungsschwerpunkt Naturtourismus
Im Bereich der Windleite und im Bereich des Wipperdurchbruchs soll zukünftig der Naturtourismus entwickelt werden.
Im Naturparkplan sind 36 Maßnahmen und Projekte enthalten, die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden. Für jedes Projekt ist ein detaillierter Projektbogen angelegt worden, der Ziele und Kosten des Projektes und die einzelnen Schritte zur Realisierung beschreibt.
Es wurden nur Projekte aufgenommen, die einen klaren Bezug zum Naturpark und seinen Zielen haben sowie in der Diskussion mit anderen Akteuren als bedeutend eingeschätzt worden sind. Außerdem müssen die Projekte tatsächlich umgesetzt werden können.
Zur besseren Übersichtlichkeit sind die Projekte vier Handlungsfeldern zugeordnet worden, nach denen die Qualitätsoffensive Naturparke des Verbandes Deutscher Naturparke e.V. die Arbeit der Naturparke gliedert:
Die Zuordnung der jeweiligen Projekte erfolgte dabei nach dem Schwerpunktprinzip, die meisten Projekte dienen mehreren Handlungsfeldern.
Es gibt unterschiedliche Projektträger. Neben der Naturparkverwaltung konnten auch bestimmte Institutionen und Personen gefunden werden, die für die Umsetzung der Projekte verantwortlich sind.
