Aufgeschlossen

10.2.2026 um 18.30 Uhr

Aufgeschlossen

10.2.2026 um 18.30 Uhr - 20.00 Uhr

Einladung zum Vortrag in der Reihe „Aufgeschlossen“
am 10. Februar 2026 um 18:30 im Rosa Salon von Schloss Sondershausen
Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten

Titel: Überraschungsfund im Archiv – die „streng vertraulichen“ Akten des Gesundheitsamtes zu Zwangssterilisation und Euthanasie im Kreis Sondershausen (1933−45)
Referent: Dr. Jana Andreeva (Sondershausen)

Zum Vortrag
Die Gesundheitsämter spielten während der Zeit des Nationalsozialismus eine entscheidende Rolle als zentrales Instrument zur Umsetzung der „Rassenhygiene“. Akten dazu waren im Archiv des Gesundheitsamtes jedoch nicht auffindbar. Im Zuge weiterer Recherchen konnte ein 7 laufende Regalmeter umfassender Aktenbestand des Staatlichen Gesundheitsamtes für den Landkreis Sondershausen zu „Erbgesundheitsangelegenheiten“ im Staatsarchiv Rudolstadt entdeckt werden. Neben 16 allgemeine Sachakten zur "Erbgesundheitsgesetzgebung" und 58 Sammelbänden enthielt der Bestand auch 470 umfangreiche Einzelfallakten über Unfruchtbarmachungen im Zuge der „Erbgesundheitsgesetzgebung“ aus der Zeit zwischen 1933 und 1945. Im Vortrag werden zwei Einzelschicksale vorgestellt, die stellvertretend für die Vielzahl der Betroffenen stehen.
Außerdem ergaben sich bei den Recherchen in diesen Akten Hinweise über den Verbleib der Bewohner des Wilhelmstifts in Bad Frankenhausen nach dessen Schließung. Am 30. Juni 1939 wurden sie in die Landesheilanstalt Pfafferode verlegt und verstarben dort innerhalb kurzer Zeit wahrscheinlich an Unterernährung. Auch diesen Spuren geht der Vortrag nach.

Zur Referentin
Jana Andreeva studierte von 1985 bis 1991 Zahnmedizin in Berlin und Plovdiv und ist seit 1991 als Zahnärztin tätig. Seit 2006 arbeitet sie als angestellte Zahnärztin im Gesundheitsamt, dessen stellvertretende Leitung sie seit 2020 übernahm. Die Recherchen zur Rolle der Gesundheitsämter bei der Umsetzung der „Rassenhygiene“ nach NS-Ideologie hat Frau Dr. Andreeva mit großer persönlicher Initiative vorangetrieben. „Das hat mir keine Ruhe gelassen“, bringt sie ihren Antrieb auf den Punkt.

Abb.: Das Gebäude des Gesundheitsamtes am Fürstenplatz 2, heute Elisabethplatz 2, rechts neben der katholischen Kirche (Schlossmuseum Sondershausen, Fotoarchiv).

Das Museum, der Förderkreis und der Geschichts- und Altertumsverein freuen sich auf Ihren Besuch.

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