Eröffnung Informationstafeln und Lesung

1.9.2025 um 16.30 Uhr

Eröffnung Informationstafeln und Lesung

1.9.2025 um 16.30 Uhr - 19.00 Uhr

Gedenken braucht Wissen!

Am 1. September, dem Antikriegstag, werden auf dem Hauptfriedhof in Sondershausen zwei Informationstafeln zu Ehren der Opfer der NS-Justiz enthüllt. Diese erinnern an Nikolaus von Halem (1909–1944) und Heinz Koch (1919–1940).

Im November 1938 tritt der junge Heinz Koch freiwillig der Wehrmacht bei, mit dem Ziel, Karriere zu machen. Doch familiäre Konflikte und Schwierigkeiten während des Militärdienstes führen bald zu einem Wendepunkt in seinem Leben. Seine Flucht nach Polen sowie die Mitwirkung an kritischen Rundfunkbeiträgen gegen die Wehrmacht führen schließlich zu seiner Verhaftung im September 1939.

Nikolaus Christoph von Halem bricht 1933 sein Rechtsreferendariat ab, da er den Eid auf Hitler nicht ablegen möchte. In den Jahren danach widmet er sich der Vernetzung zwischen Meinungsführern und neu entstehenden Widerstandsgruppen unterschiedlicher politischer Strömungen sowie zwischen militärischen und zivilen Akteuren. Im Jahr 1942 wird er in Berlin festgenommen.

Zeit: 16:30 Uhr
Ort: Im Ehrenhain für die Opfer des Zweiten Weltkrieges im Hauptfriedhof Sondershausen
Brückental, 99706 Sondershausen

Nach der feierlichen Übergabe der Tafeln, die im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen dem Staatlichen Gymnasium „Geschwister Scholl“ Sondershausen, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und dem Schlossmuseum Sondershausen entstanden sind, laden wir Sie herzlich zu einer Lesung ein: Marty Sennewald liest aus seinem Debütroman "Die Kronen der Pappel".

Marty Sennewald, geboren 1990 in Sondershausen, studierte Soziologie und Kommunikationswissenschaft in Dresden sowie Europäische Literaturen in Berlin. Heute arbeitet er als Autor in Berlin und wurde bereits mehrfach für seine Werke ausgezeichnet.

In "Die Kronen der Pappel" verarbeitet Sennewald Feldpostbriefe des jungen Sondershäuser Soldaten Herbert Held, die dieser 1943/44 von der West- und Südfront an seine Mutter schrieb. Diese Briefe entdeckte der Autor zufällig bei einer Bekannten. Der Roman knüpft dokumentarische Spuren an eine fiktionale Handlung und beleuchtet dabei die Frage, welche Erfahrungen von der Front vermittelt wurden – und was ungesagt blieb. Dabei geht das Werk über die reine Historie hinaus und erkundet, wie Kriegserlebnisse, Verlust und das Schweigen literarisch aufgearbeitet werden können.

Zeit: 18 Uhr
Ort: Bürgersaal im Bürgerzentrum "Cruciskirche"
Crucisstraße 8, 99706 Sondershausen

Beide Veranstaltungen sind kostenfrei.

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramm „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „DENK BUNT“ durch das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie gefördert.

Bei Fragen stehen wir Ihnen telefonisch unter 03632/622425 oder per E-Mail unter besucherservice-schlossmuseum@sondershausen.de zur Verfügung.

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